Archiv

Archiv für die Kategorie ‘Konzerne’

Bonuszahlungen: Hypo Real Estate begeht schlimmen Taktikfehler

Die Hypo Real Estate steht wieder einmal in den Schlagzeilen. Eigentlich hätte man ja denken können, dass nach der Verstaatlichung der Pleitebank im Zuge der Weltwirtschaftskrise Ruhe eingekehrt wäre. Doch durch ein selten dämliches Manöver schafften es die Vorstände der Bank, das ohnehin bereits katastrophale Image der Bank zusätzlich zu verschlechtern. In einer Zeit, in der Bankmanager ungefähr ein ähnlich hohes Ansehen in der Öffentlichkeit genießen wie Politessen oder Fußballschiedsrichter, hat die HRE an ihre Spitzenkräfte Bonuszahlhungen von insgesamt 25 Millionen Euro gezahlt.

Wie soll man diese Zahlungen der Öffentlichkeit verkaufen? Die Vorstände der Hypo Real Estate verweisen darauf, dass die Zahlungen notwendig gewesen seien, um zu verhindern, dass Spitzenkräfte ins Ausland abwandern. Das stimmt vermutlich. Allerdings darf es sich eine Bank, die aufgrund horrender Schulden vom Staat übernommen werden musste, um nicht pleite zu gehen und das ganze Wirtschaftssystem zum Einbruch zu bringen, momentan eine solche Zahlung ganz einfach nicht erlauben. In der öffentlichen Wahrnehmung wurden überbezahlte Manager, die durch ihr unverantwortliches Dealen mit Milliardenbeträgen die Krise erst ausgelöst haben, dafür auch noch belohnt.

Übrigens hat die Bundesregierung angeblich noch eingegriffen und eine noch höhere Bonuszahlung verhindert. Wie zu lesen ist, wollte der Aufsichtsrat der HRE insgesamt 33 Millionen an die Angestellten ausschütten, die Bundesregierung sprach sich aber für eine Kappung der Summe auf 25 Millionen aus. Besser macht das den Imageschaden allerdings nicht.

Nach langem Hin und Her: Karstadt ist gerettet

Das lange Gezerre hat ein Ende und die 25.000 Karstadt-Beschäftigten können aufatmen: Das Amtsgericht in Essen hat den Insolvenzplan angenommen und damit die Übernahme der maroden Warenhaustkette durch den Milliardär Nicolas Berggruen bestätigt! Damit geht ein monatelanges Tauziehen um die Zukunft von Karstadt zuende und ein deutsches Traditionsunternehmen hat zumindest vorübergehend wieder eine Zukunft. Bevor das Essener Gericht dem Insolvenzplan zustimmte, hatten sämtliche Gläubiger des Vermieterkonsortiums Highstreet dem neuen Mietvertrag mit Berggruen zugestimmt. Der Unternehmer wollte die Mieten für die Karstadt-Filialen drücken. Dies war von seiner Seite aus eine Voraussetzung für die Erfüllung des Kaufvertrages. Die Unterzeichnung durch die Highstreet-Gläubiger beendete das ewig scheinende Zögern, das der Hauptgrund für die lange Ungewissheit um Karstadt war. Nun ist Berggruen der Eigentümer von 120 Warenhäusern, die nach seinem Willen alle erhalten bleiben sollen. Dass etwas passieren muss, ist aber auch ihm klar. Es wird damit gerechnet, dass die Marke Karstadt verjüngt werden und modischer wirken soll. In Kürze wird Berggruen wohl erste Details dazu bekannt geben. Jetzt freuen wir uns erst einmal darüber, dass wir auch in Zukunft bei Karstadt shoppen gehen können.

Kategorien:Konzerne Schlagworte: , , ,

Die BayernLB kommt nicht richtig auf die Beine

Zum wiederholten Male gerät die BayernLB dieser Tage in die Negativschlagzeilen. Diesmal geht es allerdings nicht um die überteuerte Übernahme einer Kärntner Skandalbank, sondern “nur” um das schlechte Geschäftsergebnis im zweiten Quartal. Hatte die Landesbank im ersten Quartal 2010 noch einen Gewinn von 498 Millionen Euro eingefahren, so waren es im zweiten nur noch 56 Millionen. Im operativen Geschäft machte die BayernLB sogar ein Minus von 84 Millionen Euro gegenüber einem Gewinn von über 500 Millionen im Vorquartal.

Woher dieser plötzliche Einbruch? Schuld sind die Probleme der ungarischen Tochtergesellschaft MKB. Diese machte im ersten Halbjahr 2010 insgesamt 175 Millionen Euro Miese, davon alleine 125 Millionen im abgelaufenen Quartal. Dies führte auch zu einem drastischen Gewinneinbruch bei der Mutterbank, die nur deshalb überhaupt einen Gewinn einfahren konnte, weil sie die Pensionskasse umstellte und dadurch 160 Millionen kassierte.

Trotzdem sieht sich die BayernLB auf einem guten Weg und behauptet, aus den Fehlern der vergangenen Jahre gelernt zu haben. Wir erinnern uns: Vor gar nicht all zu langer Zeit musste die Landesbank vom Freistaat Bayern gerettet werden, der ihr mit zehn Milliarden Euro unter die Arme griff. Danach verlangte die EU einen Umbau des gesamten Unternehmens, der nach eigenen Angaben gut voran geht. “Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und warten nun auf das Zeugnis aus Brüssel”, sagte Finanzvorstand Stefan Ermisch der ‘Süddeutschen Zeitung’. Warten wir mal ab, was das nächste Quartal bringt. Erst einmal muss es für die BayernLB darum gehen, das Vertrauen der Kunden wieder zu erlangen.

Das Karstadt-Drama, oder: Die unendliche Insolvenz-Geschichte

Der Kampf um die Zukunft der insolventen Warenhauskette Karstadt dauert nun schon so lange an, dass manch einer vergessen haben mag, wann es eigentlich losging. Das nächste Kapitel in diesem Schauspiel wurde soeben eingeläutet. Eigentlich hätte das Amtsgericht Essen heute über den Insolvenzplan für das marode Unternehmen entscheiden sollen, doch diese Entscheidung wurde vertagt. Grund: Investor Nicolas Berggruen, der Karstadt gerne übernehmen würde, konnte sich nicht rechtzeitig mit den Gläubigern über die Übernahmemodalitäten einigen – die Frist lief am Sonntag um Mitternacht aus. Nun wird das Gericht wohl eine erneute Fristverlängerung verkünden.

Das Drama nimmt einfach kein Ende. Außer Berggruen gibt es noch zwei weitere offizielle Interessenten für die Warenhauskette. Zum Einen den Italiener Mauricio Borletti, dem aber die geringsten Chancen eingeräumt werden und der auch als letzter in den Poker einstieg. Zum Anderen die Warenhauskette Metro, vertreten durch Eckhard Cordes. Der machte nie einen Hehl aus seinen Absichten: Er will Karstadt mit der zu Metro gehörenden Kaufhof-Kette zusammenlegen. „Die Marktanteile der Warenhäuser am deutschen Einzelhandel sinken seit Jahren, der Markt ist nicht groß genug für zwei“, sagte er etwa der „Welt am Sonntag“.

Vertreter der Arbeitnehmergewerkschaften befürchten aber, dass dieser Schritt einen massiven Arbeitsplatzverlust für Beschäftigte beider Unternehmen nach sich ziehen könnte. So oder so ist in der Karstadt-Angelegenheit immer noch viel Seifenoper-Potenzial vorhanden. So lange nichts entschieden ist, ist alles möglich.

Ist BP überhaupt noch zu retten?

Der Ölkonzern BP treibt weiter auf den Abgrund zu. Seit dem Beginn der Bohrinsel-Katastrophe am Golf von Mexiko geht es mit dem britischen Konzern steil bergab. Der verzweifelte Kampf gegen das Ölleck führte nicht nur zu einem massiven Imageverlust, sondern ging auch finanziell stark an die Substanz. BP hat immer größere Probleme, sich gegen Übernahmeversuche der Konkurrenz zu wehren.

Schon blühen die Gerüchte: Angeblich will BP seine deutsche Tankstellenkette Aral loswerden. Angeblich will Konkurrent Exxon den Ernst der Lage nutzen und BP schlucken. Das neueste Gerücht dreht sich um eine Staatsanleihe. Der kuwaitische Staatsfonds hält bislang 1,75 Prozent Anteile an BP. Der scheidende BP-Konzernchef Tony Hayward soll nun angeblich um eine Aufstockung dieser Anteile gebeten haben, um so der Konkurrenz zuvor zu kommen. Was auch immer davon wahr ist, alle diese Meldungen zeigen doch eines: BP steckt immer tiefer im Schlamassel, und solange nicht ein Wunder geschieht, wird der Konzern wohl kaum noch zu retten sein.

Kategorien:Konzerne Schlagworte: , , ,

BP steckt tief in der Krise

Der Untergang der Ölplattform vor New Mexico war der Anfang der BP-Krise

Der Ölriese BP steckt in einer tiefen Krise, und zwar in einer hausgemachten. Seit April hat sich der Aktienkurs des Konzerns und damit auch sein Marktwert mehr als halbiert. Der Grund dafür ist natürlich die Havarie der Ölplattform im Golf von Mexiko. Seit dem folgenschweren Unglück und der Umweltkatastrophe, die dieses nach sich zog, befindet sich das Image von BP auf einem absoluten Tiefststand, der sich selbstverständlich auch negativ auf den Börsenkurs auswirkt.

Ebenso negativ schlagen die vielen gescheiterten Versuche einer Stopfung des Öllecks zu Buche. Politiker weltweit, allen voran US-Präsident Barack Obama sparten nicht mit harscher Kritik an dem amateurhaft wirkenden Vorgehen von BP.Doch wie soll es mit dem krisengeschüttelten Konzern weitergehen? Eine Pleite des Unternehmens hätte aller Voraussicht nach ähnliche schlimme Folgen für die Finanzwelt wie der Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers 2008.

Heute wurde bekannt, dass die Konzernspitze in Verhandlungen mit Vertretern der Staatsfonds von Abu Dhabi und Katar getreten ist. Das Ziel: Einen strategischen Partner finden, der BP vor einer Übernahme durch feindliche Konzerne wie Total oder Exxon schützt. Ob dem Konzern das gelingt? Es wäre die erste positive Meldung für BP seit langer, langer Zeit.

Kategorien:Konzerne Schlagworte: , , ,
Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.